2 Antworten auf „Diskussion zu Show007 – Stammtisch“

  1. Erstmal Gratulation zu diesem interessanten Podcast. Einerseits kann ich Ralfs und Thomas Meinung unterstützen, dass sich unterschiedliche Meinungen an echten Stammtischen eher gegenseitig befruchten, als an virtuellen. Das liegt meiner Meinung nach vor allem an den persönlichen Beziehungen, die sich auf ein gemeinsames Hobby, Vergangenheit oder Wohnort etc. gründen und die über eine gewisse Zeit gewachsen sind. Diese Menschen werden sich in der Regel auch in Zukunft weiterhin begegnen oder begegnen wollen.

    Andererseits stellt sich die Frage, wie unterschiedlich die Meinungen und Weltbilder an einem realen Stammtisch wirklich sind. Diese Frage stellt sich ja vor allem Tobi. Ein grundsätzliches Sympathiegefühl und eine gewisse Anerkennung der eigenen Persönlichkeit und des Welbilds ist Voraussetzung, dass man Spaß daran hat, regelmäßig mit gewissen Menschen Zeit zu verbringen.

    Ralf könnte sich ja beispielsweise nie vorstellen, Zeit mit dem örtlichen Fußballverein zu verbringen auch nicht, der Kinder zuliebe (worüber ich keinesfalls unglücklich bin). Achtung Vorurteil: Gerade da, stelle ich mir vor, würde sich unser eher weltoffenes Weltbild von der Masse wesentlich unterscheiden. Der Spaß an regelmäßigen Treffen wäre also begrenzt. Die Chance zum Meinungsaustausch besteht also nicht.

    Trotzdem kommt es am realen Stammtisch meiner Meinung nach zu einem viel breiteren Austausch von Gemeinsamkeiten, Unterschiedlichkeiten und Meinungen jeglicher Art, da auch die Themen relativ schnell wechseln können und trotzdem noch dieselben Personen beteiligt sind.

    Für mich gibt es 3 Einflussfaktoren, die dazu führen, dass Menschen ihre Meinung in Frage stellen oder überdenken: die Tiefe der persönlichen Beziehungen mit den Andersdenkenden, die Anerkennung der eigenen Person durch die Gruppe und die Bedeutung der anderen Personen für einen persönlich.

    In anonymen Facebook Gruppen spielen all diese Faktoren keine Roll, Personen sind austauschbar, gegensätzliche Meinungen können per Knopfdruck ausgeblendet werden, ohne, dass es negative soziale Folgen für einen hat.

    Wir sind uns in einem Punkt alle einig: dass eine Durchmischung der Weltbilder im echten Leben wie im digitalen Leben ebenso wünschenswert wie erstrebenswert ist, um der Radikalisierung entgegenzuwirken.

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